Macht, Janine; Klink-Lehmann, Jeanette; Kilimann, Jana; Simons, Johannes; Hartmann, Monika: Vermarktungsstrategien von Aquaponik-Produkten : Analyse von Erfolgsfaktoren. Bonn: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, Lehr- und Forschungsschwerpunkt Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft USL, 2025. In: Forschungsbericht / Lehr- und Forschungsschwerpunkt "Umweltverträgliche und Standortgerechte Landwirtschaft" an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, 199.
Online-Ausgabe in bonndoc: https://doi.org/10.48565/bonndoc-490
@techreport{handle:20.500.11811/12764,
doi: https://doi.org/10.48565/bonndoc-490,
author = {{Janine Macht} and {Jeanette Klink-Lehmann} and {Jana Kilimann} and {Johannes Simons} and {Monika Hartmann}},
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volume = 199,
note = {Aquaponik gilt als ein nachhaltiges System der Produktion von Fischen und Pflanzen. Es kann vor diesem Hintergrund zu einer Vernachhaltigung der Lebensmittelerzeugung beitragen.
Basierend auf einer Analyse der vorhandenen Literatur und Interviews mit Expert*innen aus dem Bereich der Aquaponik wurden in dem Projekt Erfolgsfaktoren für die Vermarktung von Aquaponikprodukten identifiziert. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:
1. Die Aquaponik ist eine faszinierende Idee und die Begeisterung für eine nachhaltige, natürlichen Kreislaufen nachahmende, lokale Lebensmittelproduktion bildet die Grundlage für die Etablierung von Aquaponikbetrieben.
2. Die Erzeugung und Vermarktung von Aquaponikprodukten erfordern Kompetenzen in den Bereichen Bau und Betreiben der Aquaponikanlage, Genehmigungsverfahren, Finanzierung und Vermarktung.
3. Die Vorgehensweisen bei der Entwicklung und Umsetzung der Geschäftsmodelle lassen sich in zwei typische Kategorien eingeordnet werden:
• Trial-and-Error verbunden mit der eigenständigen Aneignung des Wissens.
• Anpassung bewährter Geschäftsmodelle an den jeweiligen Standort und Nutzung von vorhandenem Wissen und bereits gemachten Erfahrungen.
4. Die Geschäftsmodelle, die sich aus den interviewten Betrieben ergeben, lassen sich in drei Kategorien einteilen:
• Kostenführerschaft durch Skaleneffekte und Absatz der großen Produktionsmen-gen über den Lebensmitteleinzelhandel. Hierzu sind eine aufwendige Technik und hohe Investitionen notwendig.
• Direktvermarktung mit geringen Produktionsmengen und die Forderung hoher Preise zur Deckung der insgesamt hohen Erzeugungs- und Vermarktungskosten. Die Erzeugung kann auf der Basis robuster, einfacher Technologie erfolgen.
• Aquaponik als ein übergeordnetes Konzept, bei dem die Aquaponik nicht nur zur Einkommensgenerierung, sondern vorrangig als soziales Bildungs- und Thera-piekonzept dient.
5. Die Probleme bei der Entwicklung und Umsetzung des Geschäftsmodells entstehen aufgrund der Komplexität der für die Entwicklung und Umsetzung eines Geschäfts-modells notwendigen Interdependenzen zwischen den einzelnen Bereichen der Produktion und Vermarktung.
6. Die faszinierende Idee der Aquaponik findet sich auch in der Kommunikation der Betriebe wieder.
7. Über die Profitabilität der unterschiedlichen Geschäftsmodelle kann auf Basis der Expert*inneninterviews keine abschließende Aussage getroffen werden. Aus der Analyse der Erfolgsfaktoren für Vermarktung von Aquaponik-Produkten und den Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Geschäftsmodellen lassen sich folgende Schlussfolgerungen für eine Förderung der Aquaponik ziehen:
1. Die umfangreichen Vorschriften für die Umsetzung von Geschäftsideen können auch auf ihre Notwendigkeit hin überprüft werden. Eine Vereinfachung der Beantragung sowie Unterstützung bei den Beantragungsprozessen könnten den Aufwand für die Genehmigung und damit die bürokratischen Barrieren verringern.
2. Eine zentrale Beratungsstelle mit Überblick über den Stand der Technik und den Vermarktungsmöglichkeiten sowie über Fördermöglichkeiten und Genehmigungs-verfahren kann die Nutzung von bereits gemachten Erfahrungen erleichtern, die systematische Erforschung der Entwicklungsmöglichkeiten der Aquaponik fördern und als zentraler Knotenpunkt für den Wissensaustausch in einem Netzwerk der Akteur*innen im Aquaponik-Sektor dienen. Hierdurch kann die Investitonsbereitschaft gefördert und das Risiko von Fehlinvestitionen verringert werden.
3. Die Förderung der Kommunikation mit Verbraucher*innen kann zur Stimulierung der Nachfrage beitragen und damit die Erfolgschancen einer Ausweitung der Erzeu-gung von Aquaponik-Produkten in Nordrhein-Westfalen erhöhen.
Für eine effiziente Förderung der Aquaponik in Nordrhein-Westfalen kommen grundsätzlich alle unterschiedlichen Vermarktungskonzepte Frage. Erfolgreiche Pilotprojekte können einen Beitrag dazu leisten, die Umsetzbarkeit der Aquaponik zu demonstrieren und damit die Verbreitung zu unterstützen.},

url = {https://hdl.handle.net/20.500.11811/12764}
}

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